One Billion Rising

Ob bekannt oder nicht – ich liebe es zu tanzen und für einen guten Zweck noch einmal mehr! Join the One Billion Rising!

Als das One Billion Rising 2013 international erstmalig gestreut wurde, habe ich über meine Verbindungen nach Amerika, über das NIA Headquarter davon erfahren.

Ich dachte mir:

  • „Ja – Gewalt – das ist ein Thema.“
  • „Ja – Gewalt ist ein Thema, das ich persönlich kenne“
  • „Ja – Tanzen – das kann ich auch.“

Es deswegen das One Billion Rising zu veranstalten?

In Mödling?

Dort, wo ich ein neues Zuhause gefunden hatte?

Dort, wo mich noch nicht so viele Menschen kannten?

Dort, wo mich zumindest wohl KEINER noch mit dem Thema Gewalt in Verbindung gebracht hätte?

Dort, wo ich KEINE Erfahrung zu dem Thema machen wollte….

Hatte ich nicht mehr zu verlieren als zu gewinnen, wenn ich mich oute?

Habe ich nicht genug Ablehnung und Verleugnung in meiner Kindheit erfahren?

War ich nicht ohnehin schon in einem neuen Leben?

Sollte ich wirklich noch einmal in die Vergangenheit blicken?

Und wenn – müsste ich mich in dem Fall outen?

Outen – als jemand,

  • die das Thema kennt?
  • die in meiner überschatteten Erinnerung noch am besten weggekommen ist?
  • die nicht will, dass jemand sich gegen meinen Vater richtet, ihn anklagt?
  • deren Mutter ohnehin schon gestorben ist?

NEIN – Outen musste ich mich nicht!

JA – das half!

Hab ich mich gar nicht geoutet?

Sagen wir so – dieser Blogartikel stammt von Februar 2020. Zuvor waren 6 Jahre gemeinsamer statt einsamer Vorbereitungs- und Tanzprobentermine plus 6 Veranstaltungen….

6 Jahre mit Einblicken in andere Frauengeschichten und –erfahrungen rund um das Thema.

6 Jahre der Vernetzung, des Kontakts mit Betroffenen und Unterstützungsinstitutionen.

6 Jahre mit einem Raum, meiner Geschichte ebenso liebevoll zu begegnen.

6 Jahre, mit einem STARKEN Song (Break the Chain), der nicht nur im Tanz, sondern im Mitsingen und Weinen unglaublich heilsam auf mich gewirkt hat.

6 Jahre, in denen ich 4 Jahre lang keinen Mut hatte, meinem Vater davon zu erzählen…um…

dann… mit klopfendem Herzen, mit dem Hörer des Telefons in der Hand zu stehen und nachzuspüren, wie ehrlich ich seine Frage beantworten möchte nach einem „Was hast Du denn in letzter Zeit so gemacht?“

Ich höre mich sagen „Ich habe gerade eine Veranstaltung organisiert“ und spüre, dass ein Teil in mir ganz gespannt ist, ob er noch weiter nachfragen würde. Wir reden nicht soviel miteinander bzw. ist es mein Vater, der erzählt. Sei es, weil er schwer hört bzw. er einfach doch schon einige Jahre allein lebt und eine Ansprache sucht.

Aber diesmal fragt er „Was für eine Veranstaltung denn?“
In mir gibt es immer noch so den Gedanken „Er könnte mich ja vielleicht nicht verstehen und geht nicht weiter darauf ein…. Das macht er ja öfter so….“ und ich bin mutig zu sagen:

„Weißt Du Papa, das ist eine Veranstaltung, wo es um ein Ende an Gewalt an Frauen und Mädchen geht.“
Stille.
Herzklopfen.
Stille.
Ausatmen.

„Ja…. Das ist eine gute Sache…. Ich war auch nicht so ein Feiner früher…. Und es ist gut, wenn auf das Thema aufmerksam gemacht wird….“

Stille.
Irritation.
Dankbarkeit.
Mit Tränen in den Augen.

Ich muss auf seine Worte nicht weiter einsteigen.
Ich stelle simpel fest, dass es eine wirklich gute und wertvolle Veranstaltung war.
Das Gespräch ist kurz darauf beendet – ich stehe noch etwas irritiert und verwundert…. In Stille, die sich langsam auflöst… und wo einmal mehr sickert:

Das Leben IST Veränderung und JEDER hat die Chance, die Veränderung für SICH zu ermöglichen!
Nicht unsere Geschichte definiert uns aber bietet und gleichsam etwas, aus DEM heraus wir etwas NEUES, anderes machen können!
Wir sind NICHT alleine mit unseren Erfahrungen – auch, wenn es oft so aussieht!
Unsere STARgeschichte ist Beitrag für noch mehr STARs!

Das weiß ich heute einmal mehr.

Manchmal brauchen wir für unser STAR-Sein andere STARs. So war es auch mit meinem JA zum One Billion Rising im Dezember in 2013!

Es war zurückblickend wie ein Geschenk, dass ich damals vermittelt und angefragt wurde – für mich UND die anderen.

Kam ich „eigentlich“ 2014 „nur“ wegen meiner Rolle als Tänzerin/Choreografin in die „Rolle“ der Mit-Organisatorin des One Billion Risings, bin ich einmal mehr mutig geworden, mich als Betroffene zu zeigen. Die vergangenen Jahre waren aufgrund der neuerlichen Konfrontation ein eigener, persönlicher Veränderungs- und Bestärkungsweg für mich UND für andere Teilnehmerinnen!

Tanzen, Musik haben wahrlich eine befreiende und bestärkende Komponente. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich über NIA in diese Qualität wieder eintauchen gelernt habe. Es war hilfreich, dass ich mich gleichsam mit meinen Themen verdeckt halten konnte und sich meine Wunden dennoch transformieren konnten. Stück für Stück. Und immer noch.
GEMEINSAM geht es leichter!

Gemeinsam STARK werden und den individuellen weiblichen und männlichen Qualitäten ihren Raum geben – DAS ist mein Beitrag, meine Motivation für das One Billion Rising Mödling!

WIR – meine MittänzerInnen und ich – machen einen Unterschied:
Selbst wenn wir die Gewalt nicht per se aufheben können, wissen wir, dass wir sie zum SINKEN bringen in dem wir uns ERHEBEN – als STAR!

Sei auch DU der STAR in DEINEM Leben – egal mit welcher Geschichte…. Es IST ein Geschichte und die Zukunft kann eine andere werden!

Die Entscheidung liegt bei Dir!

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