Schambefreit durch Kontrolle?

Wer schämt sich schon gerne? Wer gesteht ein, wenn ihm etwas unangenehm ist? Wenn etwas schief gelaufen ist? Nur: Lässt sich das Leben umfassend kontrollieren? Nein!

In meinem Fall war ich definitiv bemüht, zu kontrollieren, was möglich war. Hatte ich viele Erfolge mit kontrollierter Vertuschung von Scham. Etwaige damit verbundene Schuldgefühle lösten sich nicht auf, doch diesen Preis war ich bereit zu zahlen. Denn Scham – davon hatte ich genug in mir – hatte ich in meiner Kindheit überkonsumiert und angesammelt. Wenn Kontrolle zur Verhinderung dieses Gefühls möglich ist? Na dann!

Kontrolle war oberste Priorität in meinem Leben. Kontrolle über das, was ich sagte und tat. Was ich anzog. Was ich aß. Wie und wo ich mich bewegte. Kontrolle über das, wie ich lebte und mit wem. Kontrolle darüber, wer sich mit wem und überhaupt wie trifft. Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle – Kontrolle über Kontrolle. Ich wurde zu einer Spezialistin. Meine schambehafteten Geschichte konnte für das Außen wie ausgelbendet werden. Für das Außen. In mir blieb der Stress, die Kontrolle zu behalten. Mich gut zu verkaufen. Den Eindruck von mir unbefleckt erscheinen zu lassen. Meine Kindheitserlebnisse unter Verdeck zu lassen und die Zukunft in den Mittelpunkt zu stellen. Mein Planungs- und Organisationstalent hat sich sichtlich erfolgreich entwickelt und so konnte ich in Lichtgeschwindigkeit um planen, wenn es sein musste. Ich wirkte, als ob ich DIE super-spontanste Person überhaupt bin. Eine Spontanität, hinter der in Wahrheit mein Kontrollzwang stand, der jedoch nicht auffiel.

Nur wehe, die kleinste Kleinigkeit geriet außer Lot. Sei es, dass ich meinen Schlüssel nicht finden konnte, obwohl es dafür einen eindeutigen Ablageplatz gibt. Oder ein Glas viel mir aus der Hand und zerbrach. Für mich waren dies Momente, wo meine heile, sichere Welt zerbrach. Eine Welt, die ich mir doch jetzt als Erwachsene so schön selbst gestalten konnte. Eine Welt, DIE ich im Griff hatte… oder eben nicht.

So wurde ich gleichsam zu einer Meisterin, die sah, wenn etwas nicht gelang. Nicht nur bei mir – sondern auch bei den anderen. Das waren Momente des Kontrollverlust – auch für mich. Wie sollte ich mich auf jemanden anderen verlassen können, wenn so viel laissez faire gegeben war? Wie sollte ich mich in Sicherheit fühlen, wenn nicht mal Kleinigkeiten erfolgreich erledigt werden konnten? Sollte meine Nachkontrollieren Voraussetzung bleiben?

So perfekt war meine Welt nicht. Egal, wie perfekt ich meine mir neu zusammengebaute Welt nach außen erscheinen ließ. Meine Geschichte war mein Fundament und diese auszublenden schien als Strategie nur bedingt zu funktionieren. Auch, wenn es so schien, als ob ich meine Geschichte selbst vergaß… „Manchmal muss ich mich einfach erinnern, was Du alles durchgemacht hast!“ meint mein Mann manchmal (noch heute), wenn er merkt, dass in mir eine Welle der Traurigkeit auftaucht.

Diese Wellen kommen immer noch – nur nicht mehr so stark und zudem viel seltener. Ich hab aufgehört, mich zu verleugnen. Habe begonnen, mir diese Wellen zum Reiten zunutze zu machen und sie als Lernmöglichkeit für mich zu sehen.

Und nein – ich schäme mich nicht, all das hier zu schreiben. Ich muss keine neue Geschichte mehr über mich erfinden, muss sie nicht umfassend teilen und weiß doch um sie. Denn ich habe meine Geschichte anerkannt. Gleichsam werde ich nie behaupten, dass ich fertig bin.

Zwischen den Wellen und auf den Wellen genieße ich die Lebendigkeit, die sich in meinem Leben eröffnet hat – befreit vom ungesunden Kontrollzwang. Erfüllt mit einem neuen Vertrauen in mich und meine Welt. Die Welt von früher – die Welt von heute und vor allem die Welt des JETZT.

Von Moment zu Moment taste ich mich durch das Leben. Erlaube mir zu SPÜRen, was da ist. Nehme mein SPÜRen ernst und wahr und weiß um die Möglichkeiten, die sich daraus für mich ergeben!

Möglichkeiten, die ebenso auf Dich warten – wenn Du bereit bist, Dich Dir selbst zu stellen.

An Deinem KörperSPÜRsinn kannst Du arbeiten und was auch immer an SPÜRbaren Wahrheiten auftaucht – der Schlüssel liegt im Ausdruck. Der SPÜRbare Unterschied MACHT den Unterschied.

Du kennst diese Art von Kontrollzwang?
Von Dir oder Deinem Gegenüber?
In beiden Fällen kannst Du einen neuen Zugang entwickeln und Dich befreien – für Deine Lebendigkeitsqualität!

Allein das Lesen kann etwas in Dir auslösen und auflösen – gleichsam lade ich Dich ein, nachzuSPÜRen, was Dir gut tut. Ob ein Spaziergang, ein Freewriting, ein Treffen mit einem lieben Menschen…. Beginne, Deinem SPÜRsinn zu vertrauen. DAS kannst Du schon heute – ganz egal von meinen Angeboten.

Auf die Möglichkeit eines kostenlosen 20-Minuten-Erstgesprächs kannst Du gerne zurückkommen.

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